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Kaminabend für MINT-Studentinnen und Doktorandinnen

Über ihre Biografien und Karrierewege berichteten Frauen aus Wissenschaft und Industrie bei einer Veranstaltung des MINT-Kollegs am Freitag, 29. Januar

Welche Erfahrungen machen Frauen während des Studiums eines MINT-Fachs - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik? Wie gestalten sie ihren Berufseinstieg, welche Tipps können sie an Studentinnen weitergeben? Beim Kaminabend des MINT-Kollegs am Freitag, 29. Januar, berichteten drei Frauen aus Wissenschaft und Industrie über ihre Lebens- und Karrierewege.

 

  • Professorin Dr. Dr. Jivka Ovtcharova: "Intrinsischen Interessen folgen"

Über ihr Studium und ihre anschließende Doppelpromotion in Deutschland und Bulgarien referierte einleitend Professorin Dr. Dr. Jivka Ovtcharova, die seit 2003 die Professur sowie die Leitung des Instituts für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) innehat. Seit 2004 ist sie außerdem als Direktorin für Process and Data Management in Engineering im Bereich Intelligent Systems and Production Engineering am Forschungszentrums Informatik (FZI) in Karlsruhe tätig. Jivka Ovtcharova promovierte in Maschinenbau und in Informatik und arbeitete unter anderem bei der Fraunhofer Gesellschaft sowie in der Automobilindustrie. So leitete sie bis 2003 unter anderem das „Process and Systems Integration Center“ von General Motors Europe. Im November 2014 wurde sie als eine der „25 Frauen der digitalen Zukunft“ ausgezeichnet.

Im Leben sei vieles nicht planbar, Wünsche und Vorstellungen möglicherweise auch nicht immer umsetzbar, so Ovtcharova. Sie riet den Studentinnen, sich bei der Berufswahl jedoch möglichst nicht von äußeren Zwängen und extrinsischen Motiven leiten zu lassen, sondern sich auf die innere Stimme zu verlassen und nicht zu zögern, eigenen Interessen zu folgen und gebenenfalls neue Wege zu gehen.

 

  • Dr. Eva Ziebarth: "Lebensweg nicht in Stein gemeißelt"

Dass ein Lebensweg nicht „in Stein gemeißelt“ sei und der Mensch sich stetig weiterentwickle, betonte auch Dr. Eva Ziebarth. An jedem Lebensabschnitt sei es daher wichtig, innezuhalten, den Blick auf den Status quo zu richten und eine Zwischenbilanz zu ziehen, ob der bisher eingeschlagene Weg der passende ist. Nach ihrem Physik-Studium promovierte Eva Ziebarth am KIT-Institut für Experimentelle Kernphysik im Bereich Teilchenphysik. Um Berufserfahrung zu sammeln, arbeitete sie zunächst als Dozentin am MINT-Kolleg am KIT und wechselte dann als Softwareentwicklerin in ein Karlsruher Unternehmen. Der Schritt aus der Wissenschaft in die Industrie sei für sie ein sehr wichtiger wie auch mutiger gewesen, so Ziebarth. Von besonderer Bedeutung sei, so ihre Erfahrung, sich von den Anforderungsprofilen in Stellenausschreibungen nicht abschrecken zu lassen. „Insbesondere Frauen glauben oft, dass sie alle in einer Ausschreibung geforderten Voraussetzungen erfüllen müssen, bevor sie sich bewerben“, so Ziebarth. Hier sei "Mut zur Lücke" gefragt, denn viele Fähigkeiten erwerbe man erst im Laufe einer Tätigkeit.

 

  • Dr. Antonia Pérez Arias: "Frühes Faible für die Konstruktion von Robotern"

Für Mathematik und Physik begeisterte sich die Ingenieurin Dr. Antonia Pérez Arias bereits in der Schule – „durch mein Faible für Science Fiction-Romane habe ich mich schon immer ganz besonders für die Konstruktion von Robotern interessiert“. Pérez Arias studierte zunächst Elektrotechnik mit den Vertiefungsfächern „Automatisierungs- und Regelungstechnik“ an der Universidad Politécnica Madrid und an der TU Berlin. Und vertiefte im Anschluss ihre frühe Begeisterung: Die Ingenieurin promovierte am Lehrstuhl für Intelligente Sensor-Aktor-Systeme (ISAS) an der KIT-Fakultät für Informatik. Der Schwerpunkt ihrer Dissertation lag auf der Entwicklung einer neuartigen haptischen Schnittstelle für ein Telepräsenzsystem. Diese Schnittstelle erlaubt der Benutzerin oder dem Benutzer, Kräfte aus einer entfernten, weiträumigen Umgebung zu fühlen.

Seit Oktober 2012 arbeitet Antonia Pérez Arias als Entwicklungsingenieurin bei der ITK Engineering AG in Rülzheim. Ihre Fachschwerpunkte sind die Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme sowie die Modellierung und Regelung mechatronischer Systeme.

 

  • Austausch und Diskussion

Bei der anschließenden, moderierten Gesprächsrunde diskutierten die Teilnehmerinnen vor allem fachbezogene Themen wie die Anforderungen in unterschiedlichen Branchen, gutes Selbstmarketing im Bewerbungsprozess, (betriebliche) Familienkonzepte oder Arbeitszeitenmodelle. Ein wichtiger Fokus lag auf der Frage, wie Frauen und Männer gemeinsam Beruf, Partnerschaft und Familie vereinbaren können.
 

Über die Veranstaltung

Das MINT-Kolleg Baden-Württemberg organisiert den Kaminabend für MINT-Studentinnen jeweils im Wintersemester. Ziel der Veranstaltung ist es, durch Impulsvorträge von Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie weibliche Rollenmodelle in den Technik- und Naturwissenschaften zu vermitteln.